„Du bist perfekt. Lass dir niemals etwas anderes einreden. Du wirst nie zu viel sein, sondern die Menschen um dich herum nicht genug."
(Riven zu Elli in Love is like a thunderbolt)
(Riven zu Elli in Love is like a thunderbolt)
Worum geht’s?
Elli wagt einen Neuanfang und lässt dank eines Stipendiums für das Miravalle Memorial College in Florida das düsterste Kapitel ihres Lebens hinter sich. Kaum am Campus angekommen, wird sie vor dem Football-Team gewarnt. Vor allem vor Quarterback Riven, der nie eine Frau an sich heranlässt – bis Elli auftaucht. Als Cheerleader begegnet sie ihm zwangsläufig immer wieder. Riven lebt in einer ganz anderen Welt als sie, ist reich, privilegiert und selbstgerecht. Doch sein Blick sieht mehr, als Elli zeigen will. Je näher sie ihm kommt, desto mehr gerät ihre Welt ins Wanken. Riven trägt eigene Narben, die von tiefem Schmerz gezeichnet sind. Zwischen Lügen, Leistungsdruck und einem Schicksalsschlag, der zu einer Zerreißprobe für die beiden wird, müssen sie sich fragen, ob Liebe allein ausreicht, um den Abgründen ihrer Vergangenheit zu entkommen.
Love is like a thunderbolt ist Band 1 der Cheering for Love-Reihe. Die Liebesgeschichte ist abgeschlossen, die Rahmenhandlung geht weiter.
Schreibstil und inhaltliche Hinweise
Das Buch ist hauptsächlich in Ich-Perspektive von Elli und Riven geschrieben. Das Buch beinhaltet potenziell triggernde Themen aus dem Bereich häusliche Gewalt. Das Buch beinhaltet sexuellen Content.
Meine Meinung
Auf kein ein Buch habe ich mich 2026 so sehr gefreut wie auf Love is like a thunderbolt. Nicht nur, dass ich die Autorin in ihrem Marketing wahnsinnig sympathisch fand, sondern vor allem auch, weil das Thema Cheerleading ein Thema ist, was einfach viel zu wenig in Büchern behandelt wird. Dass die Autorin selbst Cheerleaderin ist, macht das Ganze natürlich noch besser. Aber leider konnte mich das Buch irgendwie nicht so abholen.
Direkt der Start in die Geschichte beginnt hochgradig spannend: Eine schwer verletzte Person, ein telefonischer Hilferuf und man weiß nicht, wer wo wann wie was das gerade ist. Dieser Handlungsstrang wird sich mehr oder weniger durch das gesamte Buch (und soviel kann ich sagen, auch zumindest Band 2) ziehen. Es ist ein überraschender Suspense-Anteil, von dem ich vorher nichts wusste und der irgendwie zu dem wurde, was mich an der Geschichte am meisten gereizt hat, während Elli nach weiteren Puzzleteilen sucht. Die eigentliche Geschichte beginnt dann mit Elli, die ihr gewalttätiges Elternhaus verlässt und ans College geht – das College, wo vor Ewigkeiten auch ihre Mutter war. Gemeinsam mit ihren Mitbewohnerinnen Clover und Piper begleitet man Elli schon bald durch das Leben am Miravalle Memorial College. Und dann ist da noch Riven, der Quarterback, der Elli irgendwie nicht kalt lässt.
Ich denke, ich hatte einfach viel zu hohe Erwartungen an das Buch. Der Schreibstil ist ganz gut gelungen, er ist mitreißend und modern, wenn auch manchmal vielleicht schon zu jugendlich-trendy. Aber die Geschichte? Die war für mich ein wirres Durcheinander an Handlungen, wo ich teilweise nicht wusste, worauf die Autorin hinarbeitet. Es werden viele Klischees bedient, so wird Elli natürlich vor Herzensbrecher Riven immer wieder gewarnt.
Riven hat ein schweres Päckchen mit einem leistungsorientierten Vater zu tragen, der keine Skrupel hat. Elli löst sich von dem gewalttätigen Vater, behält aber lange ihre Pein für sich. Das Ganze wird mit ein bisschen College-Leben, jeder Menge kleiner und großer Dramen garniert und alles geht irgendwie sehr schnell und sprunghaft. Mir kam es so vor, als hätte die Autorin vielleicht zu viel auf einmal gewollt, denn teilweise hastet sie durch die Themen und einige Handlungsstränge haben sich für mich gefühlt auch im Sande verlaufen. Es gab einige Szenen, die ich unlogisch fand (zb das Zimmer der Mutter), einige fand ich komisch (zB Ellis Beinahe-Unfall) und vor allem fand ich vieles viel zu konstruiert und zu gewollt (Ellis schnelle Freundschaft mit ihren Mitbewohnerinnen, die später durch eine große Enthüllung eine neue Rolle kriegen). Alle Charaktere wirken eher eindimensional und zweckmäßig, ich kann über kaum jemanden großartig etwas erzählen. Überall und in jeder Form gibt es hier Konflikte, Lügen, Geheimnisse, Drama – aber nichts davon hat mich wirklich erreicht. Zwischendurch habe ich mich sogar gefragt, ob ich einfach zu alt für College-Bücher geworden bin, dass mich kein Aspekt der Geschichte wirklich abholt.
Was mich mittelmäßig abgeholt, aber auch ein wenig enttäuscht hat, war das Cheer-Thema. Die Autorin erklärt sehr viel und es gibt auch ein langes Intro mit Begrifflichkeiten. Man merkt, dass sie für den Sport brennt. Aber gleichzeitig kam es mir viel zu wenig im Buch vor. Wenn Cheerleading ein Thema war, war es toll! Super Teamgeist, hohe Sportlichkeit, gute Erklärungen. Aber bei so vielen Seiten empfand ich den Anteil an Cheerleading einfach zu wenig, vor allem angesichts der vielen nicht wirklich handlungsfördernden Nebenszenen.
Auch die Lovestory konnte mich nicht wirklich abholen. Das Buch ist recht lange immerhin nicht spicy, es gibt nettes Geplänkel und Love at first sight, süße Dates und dann wieder eiskalte Aufregermomente. Aber insgesamt wollte der Funke nicht überspringen, einfach weil für mich auch keine wirkliche Entwicklung der beiden da war. Das Buch gipfelt dann auch noch in einer sehr übertriebenen Art voller Enthüllungen und Geschehnissen, dass ich einfach nur froh war, dass es zu Ende ist. Selbst der Cliffhanger vermag mich nicht dazu bewegen, die Reihe weiterzuverfolgen.
Mein Fazit
Love is like a thunderbolt ist leider hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. Es gibt einige gute Elemente und eine durchaus spannende Suspense-Handlung, aber die Lovestory ist nicht sehr tief, es passiert generell sehr viel sehr schnell und ich hätte gern mehr Cheer gehabt.
Bewertung: ★★★☆☆
[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]
