„Es sind Augenblicke wie diese, in denen ich die wahre Sierra sehe. Nicht die Dunkelheit, von der sie glaubt umgeben zu sein, sondern das Licht, in dem sie erstrahlt. Wie ein Glühwürmchen.“
(Dylan in Revolve)
(Dylan in Revolve)
Worum geht’s?
Der Traum von Eiskunstläuferin Sierra Romanova ist geplatzt. Nach einem schweren Unfall kann sie nicht bei den Olympischen Spielen antreten und hat Angst, aufs Eis zurückzukehren. Ausgerechnet Dylan Donovan, der wegen seines rücksichtslosen Verhaltens und der wilden Partyexzesse vom Eishockeyteam suspendiert wurde, stellt ihr Leben komplett auf den Kopf. Seine provokanten Worte treiben sie zurück aufs Eis - und schon bald kann sie auch außerhalb des Trainings nicht aufhören, an ihn zu denken. Als Sierra für ihr Comeback einen Partner braucht, ist Dylan ihre beste Chance. Und was für die beiden als absolute Notlösung beginnt, lässt schnell Gefühle aufkommen, die sie nicht mehr ignorieren können ...
Revolve ist Band 3 der Off the Ice-Reihe. Das Buch ist in sich geschlossen. Vorkenntnisse sind nicht nötig, aber hilfreich.
Schreibstil und inhaltliche Hinweise
Das Buch ist in Ich-Perspektive von Dylan und Sierra geschrieben. Das Buch beinhaltet sexuellen Content und potenziell triggernde Thematiken aus dem Bereich Verletzungstrauma.
Meine Meinung
Nachdem Spiral überraschend zu einem meiner Jahreshighlights 2025 geworden ist, war ich unglaublich gespannt auf Revolve. Die Autorin hat gezeigt, wie gut sie eine süße Romance mit tiefgreifenden Thematiken aufbauen kann und entsprechend hoch waren meine Erwartungen auch hier. Nur leider wurden die nicht so eingehalten.
Sierra hatte vor einiger Zeit als Paarläuferin einen furchtbaren Sturz, der ihr bis heute mentale Probleme bereitet. Aber sie will unbedingt zurück aufs Eis. Es ist nur wahnsinnig schwer, einen Partner zu finden, der mit ihr mithalten kann und gleichzeitig sich zutraut, die psychische Belastung zu tragen. Denn Sierra hat noch oft Angst, Panikattacken und fällt in Gedankenspiralen. Mir hat es sehr gut gefallen, wie vielseitig die Autorin Sierras Probleme zeigt. Sie ist eine starke Protagonistin, die bereit ist zu kämpfen, aber eben auch an ihre Grenzen kommt – und kommen darf. Ich mochte Sierra von Anfang an, auch wenn sie manchmal vielleicht etwas zu ernst und streng – vor allem mit sich selbst – ist. Bei Dylan ist das ein wenig anders. Dylan wird anfangs aus dem Team geworfen, weil er in der Saisonpause Drogen konsumiert hat und sein Test entsprechend positiv ausfällt. Statt sich damit auseinanderzusetzen, ärgert er sich hauptsächlich, dass er seinen Konsum nicht besser geplant hat. Generell wird das Thema Drogenkonsum und die Konsequenzen hieraus für seine sportliche Karriere im Buch sehr rudimentär behandelt und mir fehlte ein wenig seine Verantwortlichkeit hierfür. Generell macht Dylan oft Party und schiebt die Schuld an seinem Gemütszustand auf schlechte Nachrichten aus einer Familie. Er hat es mir anfangs echt schwer gemacht, ihn zu mögen, aber dafür gewinnt er schon bald mit seinen süßen, aufmerksamen Momenten das Herz des Lesers. Denn die Uni kommt auf die Idee, Dylan als Strafe mit Sierra trainieren zu lassen, um sich so seine Eishockeyprivilegien zurückzuerobern. War ich anfangs skeptisch, immerhin kann ein Eishockeyspieler nicht einfach das kompetitive Niveau von Eiskunstlauf, wurde ich schnell besänftigt, denn Dylan hat früher mit seiner Schwester Paarlauf gemacht und war sehr gut. Entsprechend gut funktioniert das mit Dylan und Sierra auf dem Eis.
Sierra und Dylan necken sich von Anfang an sehr. Sierra ist ihm gegenüber abweisend und vor allem auch sehr skeptisch eingestellt, Dylan hingegen verknallt sich fast Hals über Kopf in Sierra und hat Spaß daran, sie mit allen möglichen Sachen zu ärgern. Leider entwickelt sich daraus eine Dynamik, die mich teilweise angenervt hat, weil ich es anstrengend fand, wie beide miteinander umgingen, zumal gerade auf Seite von Dylan die körperliche Anziehung sehr oft erwähnt wird. Entsprechend sind beide für mich lange Zeit auch eher Trainingsbuddys mit gewissen Vorzügen. Der Sprung zu einer richtigen Beziehung war für mich nicht so greifbar, vor allem, da sich das Buch phasenweise gefühlt im Kreis dreht und man Seite um Seite denkt, man kommt nicht vorwärts. Das fand ich sehr schade. Vielleicht hat die Autorin teilweise zu viele Nebenthemen eröffnet, die den Fokus zu sehr von der Entwicklung der beiden wegnehmen.
Mein größter Kritikpunkt ist aber vermutlich der „Plottwist“ gegen Ende, bei dem Dylan eine Entscheidung trifft, die für mich so nicht greifbar war. Hier hätte es viel mehr Tiefe und Erklärungsarbeit gebraucht, weil es zu sehr so wirkt, als würde er es für Sierra und eben nicht für sich machen. Zwar ist mir klar, welche Faktoren dort alles mit reinspielen sollten, aber diese waren für mich nicht ausreichend vollständig eingearbeitet, dass diese Entscheidung für mich natürlich oder konsequent hätte wirken können. Deswegen gehe ich mit einer leichten Enttäuschung aus dem Buch, da ich denke, die Autorin hätte hier mit weniger Spice, weniger Drumherum und mehr Konzentration auf die Geschichte von jedem individuell mehr aus der Geschichte holen können. Dennoch freue ich mich auf Band 4 und bin gespannt, ob mich das Buch mehr überzeugen kann.
Mein Fazit
Revolve kommt leider nicht an die bisherigen Bände ran. Das Buch hat 150 Seiten zu viel und die Geschichte dreht sich oft im Kreis. Erst in der zweiten Hälfte konnten mich Dylan und Sierra überzeugen, zumindest bis Dylan eine Entscheidung traf, die für mich nicht gepasst hat. Eine süße Geschichte, die aber zu langgezogen ist und wo der Fokus anfangs zu sehr auf körperlicher Anziehung liegt.
Bewertung: ★★★☆☆
[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]
