27.04.2026

Ki Stephens - Cheer for love

432 Seiten, erschienen als eBook und Paperback-Ausgabe im LYLX-Verlag am 02.02.2026
„Was auch immer das ist. Ich habe keine Lust auf heiß und kalt. Wenn du mich willst, sag es. Wenn nicht, lass mich in Ruhe."
(Ella zu Hudson in Cheer for love)


Worum geht’s?

Einen Neustart - das ist alles, was Ella Davis sich von ihrem Jahr in Nashville wünscht. Nach einer unschönen Trennung von ihrem Ex will sie sich hier, weit weg von ihrem Zuhause in England, ganz auf das Cheerleading konzentrieren. Schließlich hat sie nur die eine Chance, zu beweisen, dass sie zu den Besten gehört und einen Platz im Cheer Squad der Whitland University verdient. Was sie so gar nicht gebrauchen kann, ist Ablenkung in Form von Hudson Fox, dem Star-Quarterback des Colleges. Doch schon bald wird es immer schwieriger, das Knistern zwischen ihnen zu ignorieren. Denn Hudson fühlt sich für Ella mehr nach einem Zuhause an, als England es je getan hat.

Cheer for love ist ein Einzelband und in sich geschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in Ich-Perspektive von Ella und Hudson geschrieben. Das Buch beinhaltet sexuellen Content.

Meine Meinung

Lange Zeit habe ich bezweifelt, dass ich jemals diese Rezension schreiben werde. Einfach, weil ich nicht dachte, dass ich in dem Buch so weit kommen werde, dass es meiner Meinung nach gerechtfertigt ist, eine Rezension zu schreiben. Aber hier sind wir – und auch, wenn ich nicht bis zum Ende durchgehalten habe, waren es zumindest ¾ des Buches.

Ich hatte mich wahnsinnig doll auf Cheer for love gefreut. Einfach weil ich Cheerleading einen wahnsinnig tollen Sport finde und dieser viel zu selten als wirklich präsenter Sport in Büchern vorkommt. Das Gute zuerst: Cheer for love hält, was es verspricht. Cheerleading spielt hier eine sehr große Rolle, die Autorin entführt zu Trainings, Spielen, Turnieren und benennt alles sehr genau. Nur leider ohne Erklärungen. Als jemand, der ein bisschen Ahnung hat, waren die meisten Begriffe entsprechend kein Fachchinesisch. Aber ohne jegliche Erklärung, Beschreibung oder bildliche Darstellung werden viele der Figuren einfach nicht verständlich sein und es bleibt mehr Frust als Lust.

Lust hat das Buch dafür gleichzeitig viel zu viel. Auf den ersten dutzend Seiten verlässt Ella England, um ein Auslandssemester zu machen. Eigentlich mit ihrem Freund Jamie, mit dem sie seit fünf Jahren zusammen ist, aber der macht unmittelbar vorm Abflug Schluss. Gut so, denn in Nashville wartet bereits Star-Quarterback Hudson, mit dem Ella recht fix und ohne viel Gerede im Bett landet. Von da an beginnt ein Hin und Her zwischen den beiden. Wir wollen uns, aber er möchte keine Beziehung, sie hat Schlechtes über ihn gehört, trotzdem finden sich beide wahnsinnig anziehend und landen regelmäßig im Bett oder knutschen rum. Knistern? Chemie? Irgendetwas Romantisches? Habe ich hier verzweifelt gesucht. Die Dynamik der beiden ist unglaublich anstrengend und frustrierend, einfach weil beide sich andauernd widersprechen, dann aber doch was anderes machen als angekündigt. Vor allem Hudsons Geschichte mit seiner „Beziehungsangst“ geht im Buch irgendwie komplett unter. So viele Sachen werden nicht angesprochen oder beide eiern um den heißen Brei, dass man oft einfach nur beide Köpfe zusammenschlagen möchte.

Auch die Unterhaltungen sind wahnsinnig stumpf und platt, das ganze Buch zimmert immer nur Sport – Party – Rummachen aneinander, zwischendurch gibt es ein paar Unterhaltungen und vor allem jede Menge Zeitsprünge: Hier ein paar Wochen, hier ein paar Monate, was dazwischen passiert, erfährt der Leser nicht oder nur in Nebensätzen. Auf einmal ist dann auch schon Halloween. Ich empfand das Buch als unglaublich sprunghaft und hatte andauernd das Gefühl, dass jegliche Themen, fast alle Gespräche und ein Großteil der Interaktionen im Sande verlaufen. Alle Charaktere, egal ob die beiden Mains Hudson und Ella, die Cheerleader Gabi, Ash, Luke, Hudsons Freunde oder auch Ellas Freundinnen zuhause sind einfach nur… da. Eindimensionale Statisten, zweckmäßig, ohne Tiefe, ohne Gefühl. Ich musste mich echt zusammenreißen, im Buch überhaupt vorwärts zu kommen. Wahrscheinlich war Hudsons Kater Sourdough das einzige an diesem Buch, was mir wirklich richtig gut gefallen hat – dafür kam er nur leider zu selten vor.

Mein Fazit

Cheer for love ist für mich eine der größten Enttäuschungen des Jahres. Ich habe selten ein so handlungsarmes Buch gehabt, was eigentlich nur aus Zeitsprüngen, belanglosen Unterhaltungen und Spice besteht. Hudson und Ella haben mich weder einzeln, noch zusammen überzeugt. Einzig der Cheerleading-Anteil des Buches war toll – nur leider fehlt es überall an Erklärungen für Leute, die keine Ahnung haben. Das war hier leider nichts.

Bewertung: ★★☆☆☆

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]