„Weißt du, wovor ich Angst habe? Dass ich dich nach dem Auftritt wieder verliere, wenn der Vorhang fällt."
(Lucian zu Aurelie in The final bow)
(Lucian zu Aurelie in The final bow)
Worum geht’s?
Aurélie ist zurück an der Pure Grace mit nur einem Ziel: den Tod ihrer Mutter aufzuklären. Cécile Cardot, gefeierte Primaballerina und Gründerin der angesehenen Ballettakademie in Paris, soll sich das Leben genommen haben – doch ihre Tochter sieht das anders. Zurück in einer Welt, deren scheinbarer Perfektion Aurélie einst abgeschworen hatte, versucht sie, die Scherben ihrer Familie wieder zusammenzufügen. Dort trifft sie auf ihren ehemals besten Freund Lucian, von dem sie seit ihrem Weggang kein einziges Wort gehört hat. In den smaragdgrünen Augen des Klavierspielers regen sich Gefühle, die auch sie jahrelang verleugnet hat. Doch ihr gemeinsamer Pas de Deux bringt nicht nur seine Fassade zu Fall. Hinter den makellosen Gesichtern des Balletts tanzen noch immer die dunklen Schatten der Vergangenheit, bis der letzte Vorhang fällt – und Aurélie mit ihm.
The Final Bow ist Band 1 der Pure Grace Academy-Dilogie. Die Geschichte ist in sich geschlossen.
Schreibstil und inhaltliche Hinweise
Das Buch ist in Ich-Perspektive von Aurelie und Lucian geschrieben. Das Buch beinhaltet potenziell triggernde Inhalte aus dem Bereich Verlust und sexuellen Content.
Meine Meinung
Von Jennifer Bright habe ich bisher alle Bücher gelesen und war fast jedes Mal von den gefühlvollen Geschichten sehr begeistert. Als es nun hieß, dass eine Romance mit Suspense-Anteil und Ballett-Thema herauskommt, war ich natürlich sofort hooked. Aber leider konnte Pure Grace Academy meine Erwartungen nicht erfüllen.
Die Geschichte begleitet Aurelie, einst erfolgreiche Ballerina. Ihre Mutter war eine gefeierte Primaballerina und hat eine Academy gegründet, um jungen Balletttänzerinnen eine gute Ausbildung zu gewähren. Nun soll sich Aurelies Mutter das Leben genommen haben und Aurelie kann sich das nicht vorstellen. Deswegen kehrt sie an die Academy zurück und beginnt, Nachforschungen anzustellen. Die Grundidee ist ja ganz cool, aber irgendwie fehlte mir der große rote Faden der Geschichte. Es gibt ein bisschen Found Family, es gibt mit Lucian und Aurelie eine Lovestory von ehemals Freunden, die sich nun nur noch wenig zu sagen haben, aber eine gewisse Anziehung spüren. Aber schon recht schnell wird der Zwist der beiden geklärt und fortan steht vor allem die Anziehung und das zwangsweise Zusammenarbeiten im Vordergrund. Viele Entwicklungen der Geschichte fühlten sich für mich entweder zu gezwungen oder zu einfach an, als würden Probleme gemacht werden, die die Autorin dann in wenigen Sätzen einfach abhakt. Amelie findet sich sehr schnell wieder in der Academy ein, gleichzeitig wird aber über das Leben am Campus und auch aus dem Unterricht wenig berichtet. Die wenigen ballettbezogenen Szenen waren zwar nett, standen aber in keinem Verhältnis zum Rest der Geschichte. Krampfhaft wird immer wieder Zweifel an Lucian gesäht, sei es durch gezieltes Einsetzen einer anderen Tänzerin, die immer wieder in quasi kompromittierenden Szenen auftaucht, sei es durch gezielte Informationen, die Aurelie schlecht über Lucian denken lassen sollen. Für mich fühlte es sich so an, als wäre man darauf bedacht, möglichst viele falsche Fährten legen zu wollen, aber das meiste fand ich zu offensichtlich. Dadurch verpuffte der ein oder andere Twist auch.
Das Buch hatte für mich von allem zu wenig, um mich zu begeistern. Es hatte zu wenig Handlung, als dass ich das Gefühl hatte, dass etwas passiert. Es hatte zu wenig Romance, als dass es sich für mich eine greifbare Lovestory angefühlt hat, die über körperliche Anziehung und den immer wieder eingebauten Spice hinausgeht. Lucian und Aurelie bleiben recht blass und für mich wenig zugänglich. Dann fehlte es mir am Ballettanteil, dafür dass so sehr mit Ballettacademy geworben wird, während gleichzeitig Aurelie nach längerer Pause fast schon problemlos wieder Höchstleistungen vorzeigen kann. Und der Suspense-Anteil ist eher ein zaghaftes Plätschern im Hintergrund, bei dem man zwischendurch fast schon vergessen kann, dass das ein Thema ist, nur um dann am Ende so richtig loszulegen. Hat mich das Ende und die Auflösung überzeugt? Nunja, ehrlich gesagt nur bedingt. Ein paar Elemente fand ich interessant, aber einiges fand ich auch überzogen und nicht so glaubhaft. Man muss dem Buch aber zugutehalten, dass ich wirklich bis zur letzten Seite geblieben bin, weil ich die Auflösung noch wissen wollte.
Mein Fazit
The final bow hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Die Lovestory war für mich nicht greifbar, es kam mir zu wenig Ballett-Content vor und der Suspense-Anteil ist zwar da, aber allenfalls lauwarm. Eine Geschichte, durch die man gut durchkommt, von der ich mir aber viel mehr erhofft habe.
Bewertung: ★★★☆☆
[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]
