27.01.2026

Catharina Maura - The unwanted marriage (The Windors 3)

480 Seiten, erschienen als eBook und Paperback-Ausgabe im LYX-Verlag am 28.11.2025
„Ich möchte dich ja an mich heranlassen. Ich weiß bloß nicht, wie.“
(Faye über Dion in The unwanted marriage)

Worum geht’s?

Seit dem Kindesalter weiß Dion Windsor, wen er eines Tages heiraten wird: die wunderschöne Konzertpianistin Faye Matthews. Doch Faye ist die letzte Frau, die Dion in seiner Nähe haben will, und schon seit Jahren versuchte er, der Ehe mit ihr zu entkommen. Aber als er Faye eines Abends mit einem anderen Mann sieht, weiß Dion instinktiv, dass die Zeit des Davonlaufens vorbei ist. Er wird Faye heiraten und eine echte Beziehung mit ihr eingehen. Faye kann schließlich nicht wissen, dass Dion sich nicht aus Mangel an Zuneigung zu ihr vor der Ehe drückt, sondern um sie vor seinem dunklen Geheimnis zu beschützen...

The unwanted marriage ist Band 3 der The Windors-Reihe. Die Geschichte ist in sich geschlossen. Das Buch kann unabhängig gelesen werden, enthält aber Spoiler zu den Vorbänden.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Dion und Faye geschrieben. Das Buch beinhaltet expliziten Content und potenziell triggernde Thematiken aus dem Bereich häusliche Gewalt, Panikattacken und Verlust.

Meine Meinung

Ach, wie doll habe ich mich auf The unwanted marriage gefreut, nachdem ich Band 1 und 2 regelrecht weggesuchtet und vor allem The temporary wife mein Herz irgendwie sehr gewonnen hat. Entsprechend schnell nach Erscheinen habe ich zum Buch gegriffen und es auch in zwei Sitzungen durchgelesen – was dieses Mal aber leider nicht an meiner Begeisterung lag, sondern eher, weil ich’s hinter mich bringen wollte. Selten hat ein Buch mich so ratlos zurückgelassen – hat’s mir gefallen? Fand ich es furchtbar? Ist mein Geschmack komisch geworden? Oder war das Buch in vielen Punkten einfach verstörend? Ich werde es wohl nie erfahren. Aber von Anfang an…

In dem Buch geht es um Faye und Dion. Die Ehe ist quasi seit Kindheitstagen durch ihre Mütter besiegelt, von der Windsor-Großmutter später nochmal festgenagelt worden und nun ist es soweit, denn Faye ist mittlerweile erwachsen, die Geldnot ihrer Familie steigt und es wird endlich Zeit, dass sie ihren Platz an der Seite von Dion einnimmt, damit das ihrer Familie finanziell besser geht. Faye wurde eigentlich ihr Leben lang darauf trainiert, die perfekte Frau für Dion zu sein - so hatte sie nie die Möglichkeit, selbst herauszufinden, wer sie ist, was sie mag und was Sie gerne sein möchte. Faye hat eine heimliche Liebe, mit der sie nun wegen der Hochzeit Schluss machen muss. Dion erfährt hiervon zufällig und aus dem Nichts ist er plötzlich Feuer und Flamme dafür, Faye haben zu müssen – während er sie vorher quasi ignoriert hat. Die hierfür später gelieferte Erklärung fand ich halbgar und wenig glaubhaft, aber irgendwie musste die Geschichte ja ins Rollen kommen. Es beginnt die erste Hälfte über eine komische Dynamik, bei der man Faye bemitleidet, ihre Familie gern an die Wand klatschen möchte wegen derer frechen Erwartungen, Dion sowieso gerne eine verpassen mag wegen seines Gorilla-Gehabes und man sich Seite um Seite fragt, in welchem falschen Film man gelandet ist. Denn irgendwie übertreibt Dion es an jeder Ecke, Fayes Familie ist absolut furchtbar und undankbar zu ihr und Faye passt in das ganze Dilemma irgendwie so gar nicht rein. Als es dann noch losgeht, dass Dion und Faye sich körperlich näherkommen, wollte ich wirklich wegrennen. Nicht nur, dass Dion die fehlende sexuelle Erfahrung seiner Frau nicht erkennt und entsprechend rücksichtslos zu ihr ist – er redet die ganze Zeit währenddessen von „braves Mädchen“, was einem teilweise richtig einen Ick gegeben hat, auch vor dem Hintergrund der vorhandenen Age Gap. Kommunikation auf Augenhöhe sieht definitiv anders aus und es hat sich für mich einfach richtig unangenehm, seltsam und fast schon belästigend angefühlt. Generell hat der komplett Spice-Anteil nicht nur deswegen, sondern auch von der Art her, für mich gar nicht gepasst und ich würde nur auf der Basis dem Buch vermutlich zwei Sterne geben.

Aber es gab ja zum Glück noch mehr in dem Buch, nämlich Fayes Entwicklung und Dions Unterstützung hierbei. Tatsächlich musste ich lange durchhalten, bis ich das Gefühl hatte, es könnte noch was werden, denn erst so ab der Hälfte fing es an, dass Dion wirklich gute Sachen für Faye macht, Faye sich langsam entwickelt und entwickeln darf und sich vor allem die Masken ihrer Familie lichten, die ganzen Lügen und Intrigen auffliegen und die Windsor-Familie Faye die Möglichkeit gibt, sich zu entfalten. Klischeehaft? Absolut. Aber trotzdem mochte ich es und es gab das ein oder andere süße Momentum. Allerdings gab es eben auch jede Menge wilder Szenen, wo man das Gefühl hatte, die Autorin wollte einfach zu viel, etwa als sie Dion zum mafiamäßigen Rachegott macht, der mal eben durch Gewalt und Folter Leuten das Unrecht aufzeigt, was sie der Windsor-Familie angetan haben. Hat so gar nicht ins Buch gepasst, um ehrlich zu sein. Insgesamt bringt das Buch einiges mit, was wirklich hätte gut sein können, aber leider auch viel, was mich absolut nicht begeistert hat. Deswegen ist The unwanted marriage bisher für mich der schwächste Band, aber ich bin gespannt, wie die Reihe weitergeht.

Mein Fazit

The unwanted marriage ist gewohnt mitreißend und dramatisch, aber dieses Mal irgendwie teilweise auch echt unangenehm und bei den Spice-Szenen wollte ich regelrecht weglaufen. So viel Potenzial, teilweise nur bedingt ausgeschöpft und meistens hat mir Faye einfach nur leidgetan. Ein Buch, bei dem man definitiv etwas mehr Durchhaltevermögen braucht.

Bewertung: ★★★☆☆

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]