23.03.2019

Jane S. Wonda - Catching Beauty: Du bedeutest meinen Tod (Catching Beauty 3)

310 Seiten, erschienen als eBook am 21.03.2019

„Es ist absolut widersinnig, dass ich noch an ein Happy End glaube, oder?“ 
(Amber in Catching Beauty 3)

Worum geht’s?

C ist weg. In den Händen der Mexikaner, als Austausch für Ly. Und Amber leidet, jede Minute plant sie, wie sich Ly grausam verrecken lassen könnte. Wird Amber C jemals wiedersehen? Welche Geheimnisse haben die drei Männer noch vor ihr gehabt? Was wollen die Mexikaner von C und was hat C sich bei dem Austausch gedacht?

Es handelt sich um den dritten Teil aus der „Catching Beauty“-Trilogie. Man benötigt Vorkenntnisse aus Band 1 und 2. Das Buch beendet die Geschichte um Amber und C.


Schreibstil / Gestaltung

Das Cover von Band 3 bedient sich dieses Mal der Grundfarbe weiß. Man erkennt sofort die Reihenzugehörigkeit und das Cover von Band 3 ist für mich das schönste Cover aus der Reihe.

Wie bereits die Vorgänger wird auch Band 3 erneut aus Sicht von Amber und aus Sicht von C erzählt. Die Story ist bis auf den Anfang linear erzählt. Nachdem der Schreibstil von Band 2 mich etwas überrumpelt hatte und er vor allem deutlich vulgärer auf mich wirkte, kehrte die Autorin in Band 3 für mich eher zum Schreibstil aus Band 1 zurück. Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen und es gibt verhältnismäßig wenig Kraftausdrücke.  Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen.

Mein Fazit

Band 2 hat mich mit diversen Fragezeichen, aber ohne einen wirklichen Cliffhanger zurückgelassen. Denn ich muss zugeben, dass das komplette Ende von Band 2 für mich nicht nachvollziehbar war und nicht so sehr wie das Ende von Band 1 den Wunsch hinterlassen hat, zu wissen, wie es weitergeht. Dennoch habe ich mich auf das Erscheinen von Band 3 gefreut, auch weil ich wissen wollte, wie die Autorin diese Geschichte beendet.

Ins Buch habe ich sehr gut hereingefunden. Bereits das erste Kapitel enthüllt eine Information über Crack, die die ganze Geschichte ein wenig anders beleuchtet. Diesbezüglich gibt es später noch eine Schlüsselenthüllung, die ich nach diesem Einstieg allerdings erwartet hatte und somit verpuffte für mich die wohlmöglich größte Erkenntnis ein wenig. Insgesamt setzt die Geschichte nur kurz nach dem Ende von Band 2 an, Crack ist nunmehr seit zwei Wochen weg und Amber glaubt, ihn nicht wiederzusehen. Gemeinsam mit Wres und Ly (den sie am liebsten umlegen möchte) schmiedet sie Pläne, was man tun könne. Hierbei kommt eine in Band 2 bereits eingebrachte Idee zurück auf den Tisch. Inwiefern diese Idee zur Rettung Cracks führen soll, erschloss sich mir leider zu keiner Zeit. Die Autorin erklärt zwar, was Ly mit der Idee bezweckt, für mich als Leserin war es aber nicht logisch und nachvollziehbar. Tatsächlich gibt es kurz darauf aber bereits die erste Überraschung in der Geschichte – und es wird nicht die letzte bleiben. Denn eigentlich könnte man den Untertitel des Buches zu „wir wollen C das Hinterteil retten“ umändern – darum geht es primär in Band 3. Das Problem hierbei ist aber, dass es irgendwie unfreiwillig komisch wirkte, dass die 3 zurückgebliebenen stets versuchen, C zu retten – dieser aber vielleicht gar nicht gerettet werden will? Diese Komik hat bei mir leider zum ein oder anderen Augenverdrehen geführt, mich zugleich aber auch köstlich unterhalten.
Im Bezug auf die Charaktere steht Ly mehr in der Geschichte als Wres, der Fokus bleibt aber auf Amber und C. Hier kam es mir so vor, als würden die Charaktere teilweise aus dem Rahmen fallen und inkonsequent agieren. Amber ist furchtlos geworden, nur um später dann gefühlt auf ihr Mundwerk zu fallen und in einer Szene zu landen, die richtig übel enden könnte. Und auch hier empfand ich Widersprüche – sie macht etwas komplett unbeeindruckt und berechnend, später aber in einer anderen Szene macht sie etwas ähnliches und ist hiervon plötzlich verstört. Auch Crack ist irgendwie wankelmütig, wirkt fast schon erschöpft in dem Buch. Am kuriosesten empfand ich aber die Erkenntnis, dass durch Kommunikation und gemeinsames Agieren Großteile der Story anders hätten verlaufen können.

Anders als die beiden Vorgänger konnte mich Band 3 mit einem hohen Spannungsbogen über das komplette Buch sehr begeistert. Hier ist Action von Seite 1 bis zum Ende mit nur sehr wenig Raum zum Verschnaufen. Auf dem Weg gibt es zahlreiche Enthüllungen, die mal vorhersehbar, mal unvorhersehbar, mal relevant, mal Blendgranaten sind. Das führte bei mir dazu, dass zwar zahlreiche Fragen beantwortet wurden, zahlreiche neue aber entstanden und diese auch unbeantwortet blieben. Viele Sachen blieben im Dunkeln, insbesondere Fragen zu Motiven und Hintergründen. Es machte die Charaktere teils weniger greifbar. Mein größtes Problem dürfte hierbei aber gewesen sein, dass ich bis zur letzten Seite nicht verstehe: Was verbindet Amber und Crack, wieso liebt sie ihn trotz aller Widrigkeiten und das innerhalb der kurzen Zeit (die Reihe spielt insgesamt ja nur binnen weniger Wochen), trotz aller Geheimnisse, Enthüllungen und Lügen? Denn wie ein Lemming ist sie immer wieder bereit, in die Gefahr zu springen und sich regelrecht selbst zu opfern. Genauso unklar bleibt mir die Beziehung zwischen Ly, Wres und C. Während ich in Band 1 und 2 dachte, die 3 tun immer nur so, als gehen sie sich gegenseitig auf den Geist, war ich mir da in Band 3 nicht sicher. Es wirkte zum ersten Mal so, als würden sie sich wirklich permanent abmurksen wollen und sich eigentlich hassen – aber dann doch wieder nicht. Dieses Sprunghafte wirkte sich auch stark auf die Handlungen aus, die anders als in Band 1 und 2 dieses Mal einfach nicht so bedacht und strukturiert wirkten. Und so kommt es, dass insbesondere Amber immer wieder vom Regen in die Traufe stolpert. Wie auch bei Band 2 dachte ich regelmäßig „das kann doch nix werden“. Aber auf wundersame Weise kommen dann bekannte Gesichter zurück, die die Beteiligten grad noch retten.

Und hier kam es dann irgendwie unweigerlich zur Frage, die mich bis jetzt noch beschäftig: Wie viel ist zu viel? Ich bin ein großer Fan von Büchern, in denen viel passiert, in denen man mit den Protagonisten mitleiden kann. Bei diesem Buch passiert aber sehr viel. Es geht Schlag auf Schlag und jeder Schlag wird von dem nächsten noch übertroffen. Man mag fast denken „so viel Pech kann doch eigentlich niemand haben“. Ich empfand kurzzeitig das Problem, dass der Plot für mich Ausmaße annahm, die nicht mehr greifbar und zu überzogen wirkten. Gepaart mit der sowieso vorherrschenden Frage, wieso die 4 Charaktere überhaupt miteinander abhängen, dachte ich kurzzeitig, dass sie doch bitte einfach alle draufgehen sollen bei so viel Leichtsinn. Zwar hat mein Frust diesbezüglich fix wieder nachgelassen und ich habe mitgefiebert, dass sie eben nicht draufgehen, aber dennoch empfand ich es manchmal als anstrengend. Über das Ende des Buches kann man sicher streiten. Es ist ein vertretbares Ende, auch wenn es meiner Meinung nach nicht komplett passt. Dennoch hat es mich befriedigt zurückgelassen und zugleich Raum für Spinoffs geschaffen.

Insgesamt würde ich Band 3 dennoch als den stärksten Teil der Reihe einschätzen, insbesondere da hier zumindest Spannung vorhanden ist und man endlich zahlreiche Antworten bekommt. Die Reihe insgesamt empfand ich als lesenswert mit einigen Abzügen in der B-Note, ich wurde insgesamt ganz gut unterhalten.


Bewertung: ★★★