„Ich will einfach nicht sterben und immer die Brave gewesen sein."
(Eleanore in The Iced Caramel Coffee Agreement)
(Eleanore in The Iced Caramel Coffee Agreement)
Worum geht’s?
Hilfsbereit, zuverlässig und eine tolle Freundin – so wird Eleanore von ganz Lower Whilby beschrieben. Aber auch wenn sie ihr Leben in ihrer gemütlichen Heimatstadt liebt, hat Eleanore ihren Ruf als braver Sonnenschein langsam satt. Alles ändert sich, als Dex in der Kleinstadt auftaucht. Der charismatische Musiker, für den sie seit Jahren heimlich schwärmt, ist verbittert, kreativ ausgebrannt und auf der Flucht vor dem Ruhm seiner berühmten Familie. Eleanore erkennt die Chance für sie beide und schlägt ihm einen Deal vor: Sie hilft ihm, wieder er selbst zu werden, und er zeigt ihr, wie man mutiger lebt. Zwischen Festivalvorbereitungen, Mutproben und Iced Coffee am See entdecken sie, dass ihre Unterschiede sie nur noch näher zusammenbringen. Doch ist Eleanore bereit, ihr Herz an jemanden zu verlieren, für den ihre Welt immer zu klein sein wird?
The Iced Caramel Coffee Agreement ist Band 2 der Lower Whilby-Reihe. Es sind keine Vorkenntnisse nötig, aber hilfreich. Die Geschichte ist in sich geschlossen.
Schreibstil und inhaltliche Hinweise
Das Buch ist in Ich-Perspektive von Eleanore und Dex geschrieben. Das Buch beinhaltet sexuellen Content.
Meine Meinung
Nachdem mich The Pumpkin Spice Latte Disaster irgendwie nicht so wirklich abholen konnte, habe ich lange gehadert, ob ich dieses Buch überhaupt lesen möchte. Eleanore hat mir in Band 1 als Nebenfigur schon sehr gut gefallen, weswegen ich über meinen Schatten gesprungen bin und Lower Whilby noch eine Chance gegeben habe. Aber leider war auch dieses Mal der Humor irgendwie nicht meins. Während ich bei Büchern wie Fake Dates and Fireworks aus dem Lachen teilweise gar nicht herauskam, gab es hier allenfalls mal ein verhaltenes Schmunzeln. Warum? Das kann ich irgendwie auch nicht ganz sagen.
Die Geschichte begleitet People Pleasure und Mauerblümchen Eleanore, die das Lower Whilby Musikfestival vorbereiten soll. Eleanore ist in der Kleinstadt aufgewachsen, jeder kennt jeden und jeder weiß, wie schwer die junge Frau es hatte. Eleanore ist die Art Mensch, die man sofort ins Herz schließt, aber der man direkt auch einen Schubs geben möchte, damit sie erkennt, dass sie sich nicht kleiner machen muss, als sie ist. Ihr größtes Problem? Sie verpasst irgendwie ihr Leben. Unsicher in ihrem Körper, für alles und jeden da, kaum Erfahrungen im Umgang mit Männern – so stellt sie sich selbst da. Vor Jahren hat sie bei einem Konzert einen tollen Musiker kennengelernt, der sie dann aber geghostet hat. Ausgerechnet dieser Musiker, Dex, kommt nun nach Lower Whilby, weil er irgendwie rock bottom nichts mit seinem Leben anzufangen weiß und bei einem Bruder James, dem Protagonisten aus Band 1, Zuflucht sucht. Dex ist die Art Mensch, die es einem schwer macht. Partys, Drogen, Alkohol, der Wille zur Selbstverwirklichung und das bitte, ohne den Namen der berührten Eltern zu nutzen. Nobile Ziele, deren Umsetzung bislang im Sande verlaufen, garniert mit diversen Exzessen. Wie oft Dex in diesem Buch an Gras denkt, darüber redet, an Erinnerungen in Verbindung mit Drogen denkt, hat mir massiv genervt. Dex ist sprunghaft, ein Lebemann ohne Vision, ein Hallodri. Also genau das Gegenteil von der gutbürgerlichen, süßen Eleanore. Und nun prallen diese beiden Welten irgendwie aufeinander und für Dex gibt es neben Drogen ein neues Thema: wie sexy er Eleanore findet. Ich will nicht sagen, dass ich es stumpf fand, aber Dex brilliert in diesem Buch nicht gerade mit Geistesreichtum.
In der ersten Hälfte hat Dex mich dadurch sehr angenervt, auch wenn er sein Bestes gibt, Eleanore zu helfen, aus ihrem Schneckenhaus herauszukommen. Aber alles wirkte so blass und handlungsarm, dass ich wirklich gar nicht mehr viel zu dem Buch sagen kann. Dex entwickelt sich kaum und am Ende dann wahnsinnig rasant und in meinen Augen wenig glaubwürdig. Eleanore hingegen hat als Love Interest irgendwie mehr verdient, mehr Beständigkeit. Ihre Entwicklung finde ich ganz gut gelungen und es ist auch so, dass beide ganz niedliche Momente miteinander haben, wenn Dex versucht, ihr zu helfen. So klaut er zb das Auto seines Bruders, um mit Eleanore zu einem Konzert zu fahren. Aber gleichzeitig fand ich es schwierig, dass Dex primär mit einem tieferliegenden Körperteil denkt, es ihm wichtiger ist, dass Eleanore bloß nicht mit einem Onlinedate sexuelle Erfahrungen sammelt und gleichzeitig ist er aber auch nicht bereit, seinen inneren Konflikt offenzulegen, der seine Zerrissenheit vielleicht greifbarer gemacht hätte. Absolut faszinierend fand ich auch, dass sich das Buch gleichzeitig wahnsinnig schnell angefühlt hat, weil viele Entwicklungen auf einmal passieren, ich aber auch das Gefühl habe, dass es sehr handlungsarm war und über viele Seiten einfach nichts Relevantes passiert ist. Mir fehlte, wie aus Anziehung Gefühle wurden. Mir fehlte die Aufarbeitung für das Drama am Ende. Generell geht das Ende so schnell und es ist ein fast schon unnötiges Hin und Her, was mit kurzer Kommunikation vermeidbar gewesen wäre. Mir fehlte aber vor allem auch der Humor. Kyras Bücher haben für mich immer von situationsbedingter Komik gelebt, die hier für mich gar nicht greifbar war. Ich habe selten geschmunzelt, im Gegenteil gab es sogar die ein oder andere Szene, die ich etwas cringe fand. Ich weiß wirklich nicht, wieso mich die Lower Whilby-Reihe im Vergleich zu den vorigen Büchern und Reihen nicht so begeistern kann, aber ich denke, ich werde auch Band 3 nicht mehr lesen. Hoffentlich gefällt mir die nächste Reihe wieder besser.
Mein Fazit
The Iced Caramel Coffee Agreement ist zwar ein leichtfüßiger Roman, der aber für mich vom Humor an die vorigen Bücher von der Autorin einfach nicht herankommt. Die Beziehungsentwicklung war wackelig, einzig Eleanores Entwicklung hat mir gut gefallen. Das Ende war mir zu sprunghaft und unstimmig, zwischendurch hat das Buch einige Längen. Nett für Zwischendurch, aber keine Geschichte, die groß in Erinnerung bleibt.
Bewertung: ★★★☆☆
[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]
