23.12.2025

Emma Scott - Falling like stars

384 Seiten, erschienen als eBook und Paperback-Ausgabe im LYX-Verlag am 26.09.2025
„Ich habe ihm diese Worte noch nie zuvor gesagt, und jetzt ist es zu spät, und ich weiß- schon in dem Moment-, dass ich sie nie wieder sagen werde.“
(Rowan in Falling like Stars)


Worum geht’s?

Es war schon immer Rowans Herzenswunsch, Kostümdesignerin zu werden. Doch nach einem schweren Schicksalsschlag begrub sie ihre Träume unter einem Berg aus Schmerz und Schuldgefühlen. Als sie bei ihrem Job als Produktionsassistentin an einem Filmset den gefeierten Hollywoodstar Zachary Butler trifft, spürt sie vom ersten Moment an eine tiefe Verbindung zu ihm. Denn auch Zach trägt unsichtbare Narben mit sich herum, und hinter der glamourösen Fassade des Schauspielers entdeckt sie einen Mann voller Herzenswärme und Aufrichtigkeit. Aber Rowan weiß, dass sie sich zuerst der Trauer stellen muss, die sie seit Jahren in einem selbstzerstörerischen Teufelskreis gefangen hält, wenn ihre Liebe eine Chance haben soll ...

Falling like Stars ist ein Einzelband und in sich geschlossen.

Schreibstil und inhaltliche Hinweise

Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Rowan und Zach geschrieben. Das Buch beinhaltet expliziten Content und potenziell triggernde Thematiken aus dem Bereich Verlust und häusliche Gewalt.

Meine Meinung


Lange ist es her, dass ich ein Emma Scott Buch gelesen habe, nachdem ihre letzten Bücher eher dem Fantasy-Bereich oder zumindest Romance mit paranormalen Elementen zugeordnet werden konnten. Früher war Emma Scott eine meiner Lieblingsautorinnen und ihre emotionalen Bücher haben mich oft berührt. Entsprechend groß war meine Freude, nun wieder eine „normale“ Romance von ihr zu haben. Aber leider hat mich das Buch nicht so abgeholt, wie gehofft.

Der Einstieg ist ohne Frage emotional. Protagonistin Rowan verliert in ihrer Jugend ihre erste große Liebe bei einem Verkehrsunfall. Das Kapitel ist kurz und überschaubar, aber wichtig für viele ihrer Gedankengänge später in der Gegenwart – denn Rowan hat das Gefühl, nichts Gutes zu verdienen. In der Gegenwart arbeitet Rowan als Produktionsassistentin für Filmproduktionen, nachdem sie nach dem Unfall auch ihre Träume, Kostümdesignerin werden zu wollen, aufgegeben hat. Am Set lernt sie Zach kennen, weltbekannter Filmstar und vergeben am Eva – denkt man zumindest. Denn das einstige Glamourpaar lebt bereits in Trennung, die Eva aber nicht akzeptiert. Eine toxische, manipulative und missbräuchliche Beziehung, die im Laufe des Buches immer wieder thematisiert wird. Ein Novum, weil dieses Mal der männliche Part der leidende Part ist – ein wichtiges Thema, dass häusliche Gewalt kein Geschlecht kennt. Es gab viele Stellen, an denen man Zach in den Arm nehmen wollte, denn er ist wirklich ein lieber, sehr angenehmer und sehr vor allem sympathischer Charakter, der einfach nur in den Fesseln einer ehemaligen Beziehung gefangen ist, weil er selbst vielleicht etwas zu lieb ist und deswegen so Schwierigkeiten hat, aus der Beziehung final rauszukommen. Mit vielen kleinen und größeren Dramen, gewaltigen Lügen und einigen (offensichtlichen) Plottwists steckt die Autorin viel Energie in Eva und Zach.

Und das ist leider eines meiner Hauptprobleme gewesen. Denn bis wirklich 80% des Buches hängt Zach noch in dieser Beziehung, auch wenn er sich aktiv Hilfe sucht und zu verarbeiten versucht. Rowan und Zach als Paar können sich für mich nicht wirklich entwickeln, es ist eine Anziehung da, aber wenig Raum für mehr. Mit Rowans eigener Storyline, dass sie sich selbst nicht erlaubt, glücklich zu sein, und dass sie alles Positive aus Angst vor weiteren Verlusten von sich stößt, hat man ein weiteres Hindernis auf dem Weg der Beziehungsentwicklung und am Ende hat mir zwar die Dynanik zwischen Rowan und Zach gut gefallen und ich fand es toll, dass beide füreinander da waren und sich gegenseitig unterstützt haben, aber warum aus beiden, die gerade erst eine Freundschaft aufgebaut haben, direkt Liebende wurden – dieser Sprung hat mich im Buch zu sehr gefehlt. Das Buch war schön zu lesen, keine Frage. Aber diese durchschlagene Emotionalität, die man von der Autorin kennt, kommt hier gar nicht rüber. Der seichte Spannungsbogen des Buches passt zwar zur Stimmung, hat mir aber auch oft das Gefühl gegeben, dass die Geschichte sich im Kreis dreht.

Mein Fazit

Falling like stars ist allgemein eine schöne Geschichte, die aber bei weitem nicht an die Emotionalität der bisherigen Emma Scott-Bücher herankommt. Mir hat es gut gefallen, dass hier mal der Protagonist aus einer missbräuchlichen Beziehung kam, aber insgesamt waren Rowan und Zach für mich eher Freunde als Liebende, weil zu viele Probleme zu lange im Buch ungeklärt blieben und es am Ende zu schnell ging.

Bewertung: ★★★★

[Diese Rezension basiert auf einem vom Verlag oder vom Autor überlassenen Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.]